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  1. Christus vivit - Christus lebt

Christus vivit - Christus lebt

Nachsynodales Schreiben von Papst Franzsikus an die Jugend der Welt

Bischöfliches Jugendamt

Der Papst schreibt der Jugend einen Brief. Darin erzählt er von dem, was ihn selber zutiefst durchdringt: Das Geheimnis des ewig jungen Auferstandenen, Christus, der die Kirche und die Welt verwandelt.

 

Deshalb trägt der Brief auch den Titel: Christus vivit, Christus lebt! Dieser Christus ist lebendig, er ist ewig jung und er ist das Leben selbst. Darum wird das Leben aller Menschen von ihm durchdrungen und bereichert. Ihn als den Freund und Wegbegleiter zu haben, macht das Leben erst zu einem geglücktem, vollkommenen Leben. 

Begegnung mit dem Auferstandenen

Daher bietet der Papst den Glauben an Christus den jungen Menschen als Bereicherung an, wie auch er selber diese Freundschaft mit Christus als Bereicherung erfahren hat. Dabei ist für den Papst Jugendlichkeit keine Frage des Menschenalters, sondern eine Frage, wie alt das Herz des einzelnen ist. So schreibt er: „Als ich meinen Dienst als Papst begann, hat der Herr meinen Horizont geweitet und mir eine erneuerte Jugend geschenkt“ (Nr. 160).
Franziskus beschreibt diese Begegnung mit Christus als die Frucht eines gemeinsamen, missionarischen Auf-dem-Weg-sein. Es braucht Menschen, die aus der tiefen Beziehung mit Christus leben, um Andere zu begeistern. Das müssen nicht Amtsträger der Kirche sein, sondern jede und jeder ist aufgerufen missionarisch tätig zu sein, etwa wenn sich ein junger Mensch entschließt, eine Wallfahrt zu unternehmen und einen Freund einlädt, daran teilzunehmen, oder wenn sich eine Jugendgruppe auf den Weg macht, um ein Zeltlager zu veranstalten. Überall da kann eine Begegnung mit dem Auferstandenen erfolgen, die das Leben des Einzelnen nachhaltig verändert.

Zuhören im Synodalen Prozess

Dabei braucht es Begleiter, die vor allem eines Können: Zuhören. Dieses Zuhören-Können hat der Papst bei der Jugendsynode eindrücklich vorgelebt. Er hat die Jugendlichen aufgerufen, mit ihm in Kontakt zu kommen: Bei der Befragung der Bischofskonferenzen zur Jugendpastoral, der Onlinebefragung junger Menschen, dem Facebookchat, der Vorsynode im Frühjahr und der eigentliche Synode im Oktober vergangenen Jahres, bei der der Papst über weite Teile als einfacher Zuhörer „nur“ dabei war. Aus all dem Zuhören und Nachdenken des Papstes ist sein Brief an die Jugendlichen entstanden. Dieser Brief schiebt nicht die Ergebnisse der Jugendsynode, die im Abschlussdokument zusammengefasst sind, beiseite, sondern der Papst verweist in seinem Schreiben ausdrücklich auf dieses Dokument und ergänzt dieses in einer sehr persönlichen Art und Weise.
Und das Hören auf die Jugend wird weitergehen, wenn in Rom im Sommer dieses Jahres Jugendliche zu einer Nachsynode eingeladen werden und es wird auch in Deutschland weitergehen: Der deutsche Jugendbischof Stefan Oster hat zu einem deutschen Formum „Jugendpastoral“ im November 2020 eingeladen.

Berufung zum „Leben in Fülle“

Das Zuhören braucht Menschen und Raum. Der Papst fordert dazu auf, beides den jungen Menschen zur Verfügung zu stellen. Begleiter müssen Menschen sein, die sich selber zurücknehmen, die auf die Anliegen der jungen Menschen eingehen und ihnen dabei helfen ihre eigenen Talente und Fähigkeiten zu entfalten, um so den Platz und den Auftrag zu finden, den Gott für sie vorgesehen hat. Franziskus ruft die jungen Leute dazu auf, diesen ihren Platz zu suchen und zu finden: Dazu gehört der richtige Beruf und die richtige Lebensform. Die Jugend ist wie kein anderes Alter die Zeit für Entscheidungen. Die Weichen für das Leben werden gestellt. Man braucht keine Angst vor diesen Lebensentscheidungen zu haben, denn Gott hat uns mit den notwendigen Talenten und Fähigkeiten ausgestattet, dass er oder sie den Platz perfekt ausfüllen kann und dabei zutiefst zufrieden und glücklich ist. Dies gilt für den Beruf und die Familie wie auch für das Leben als Single. „Berufung“ nennt der Papst dieses Finden des rechten Platzes. „Berufungsunterscheidung“ das Suchen dieses Platzes. Beides kann nur der Einzelne für sich selbst tun. Jugendpastoral kann bei dieser Suchbewegung helfen, indem es ein Fundament in der Begegnung mit dem Auferstandenen legt, das dem Einzelnen dabei helfen kann, zu diesem „Leben in Fülle“ zu gelangen.
Seelsorger und Freunde können dabei durch intensives Zuhören helfen, aber die eigentliche Lebensentscheidung, auch das Folgen eines Rufes zu einem besonderen Dienst in der Kirche (als Priester oder Ordenschrist), kann nur der Einzelne selbst in der Stille des Herzens, treffen und das eigene Leben an Christus, dem Auferstandenen, ausrichten.
Dass dieser Ruf Gottes im Einzelnen hörbar werden kann, dazu braucht es auch die rechten Orte und die Begegnung vor allem mit anderen jungen Menschen. Wichtig dabei ist, dass sich dort die jungen Menschen frei bewegen und entwickeln können. Dies können jugendpastorale Zentren sein oder auch andere Orte der Begegnung wie sie bei Wallfahrten, in Verbänden, in Gruppenstunden, bei Jugendfreizeiten aber vor allem auch in sozialen freiwilligen Projekten, zu denen der Papst in besonderer Art und Weise aufruft, geschehen. Angebot für alle jungen Menschen Alle Jugendlichen, nicht nur die Jugendlichen, die aufgrund ihrer Ausbildung eine privilegierte Stellung, wie Abiturienten oder Studenten haben, sind herzlich eingeladen, Christus, dem Leben selbst, zu begegnen. Daher muss die Kirche sich auf den Weg zu allen jungen Menschen machen, um sie einzuladen, ihre eigene Berufung in sich selbst zu entdecken und zu fördern.

Zeitgemäße Jugendseelsorge

Die Kirche muss innerlich immer jung bleiben.
Sie muss alles ablegen, was sie alt und schwach macht: „Bitten wir den Herrn, er möge die Kirche von denen befreien, die die Kirche alt machen, sie auf die Vergangenheit festnageln, bremsen und unbeweglich machen wollen.“ (35) Die Priester und Seelsorger müssen echte Wegbegleiter sein. Die Emmausgeschichte liefert hierzu die richtigen Hinweise: Jesus begleitet die Emmausjünger. Er geht mit ihnen mit, auch wenn sie vom Weg abgekommen sind und sich genau in die andere Richtung, weg von Jerusalem, weg vom Ort der Gemeinde, weg vom Ort der Auferstehung, weg vom Glauben in eine komplett andere Richtung begeben. Er geht mit und hört ihnen zu. Dadurch entsteht Begegnung. Erst später erklärt er ihnen den Sinn der Schrift. Das hilft den Jüngern, den Osterglauben zu verstehen und anzunehmen. Danach bricht er mit ihnen in der Feier der Eucharistie das Brot. Dies hat zur Folge, dass die Jünger ihr Leben ändern und sofort („in der gleichen Stunde“) aufbrechen, um nach Jerusalem, zur Gemeinde der Christen zu kommen und dort ihre Erfahrungen weiterzugeben.
Die Kirche muss mit den jungen Menschen auf dem Weg sein, ihre Anliegen und ihr Leben ernst nehmen, immer wieder von Christus dem Auferstanden und seiner Botschaft reden und ihn in der Feier der Eucharistie begegnen. Dazu bedarf es einer zeitgemäßer Sprache und zeitgenössische Formen der Kunst und der Musik.
Das Reden von Christus soll in erster Linie begeistern, formelhafte Verkündigung der Dogmatik und der Morallehre sind zweitrangig, vielmehr soll die Begegnung mit dem ewig jungen Auferstandenen im Mittelpunkt stehen. Daher braucht es gut vorbereitete Priester und Menschen, die von ihrem eigenen Glauben reden.

 Vorbilder der Freundschaft mit Christus

Im Brief an die Jugend stellt der Papst dabei biblische Berichte von jungen Menschen und immer wieder Vorbilder im Glauben, wie den heiligen Franz von Assisi, aber auch Vorbilder unserer Tage, wie den 2006 gestorbenen 15 jährigen Computerfreak Carlo Acutis vor Augen, die als Jugendliche mit Christus in Berührung kamen und deren Leben durch die Freundschaft mit dem Auferstandenen nachhaltig verändert worden sind. Zu dieser Freundschaft mit Jesus lädt der Papst jeden und jede ein. Auch Dich und mich!  

Wörtliche Auszüge aus dem Brief von Papst Franziskus an die Jugend der Welt

 ... „Ihr seid das Jetzt Gottes!“(64)

 ... „Der Herr ruft uns, Sterne in der Nacht anderer jungen Menschen anzuzünden.“ (33)

... „Jung zu sein ist weniger eine Frage des Alters als vielmehr ein Zustand des Herzens.“ (34)

... „Gott liebt Dich. Zweifle nie daran, egal was Dir im Leben passiert. Du bist unendlich geliebt!“ (112)

... „Die Jugendzeit , ist das Alter der Entscheidungen und gerade darin liegt ihre Faszination und ihre größte Aufgabe.“ (140)

 ... „Alle werden als Originale geboren, aber viele sterben als Fotokopien. Lass nicht zu, dass dir das geschieht!“ (106)

... „Lebt! Widmet Euch dem Besten des Lebens! (...) Geht bitte nicht schon vorzeitig in den Ruhestand!“ (143)

... „Christus ruft dich auf, das zu entfalten, was wertvoll ist. Er liebt dich, wie du bist, er schätzt dich und respektiert dich.“ (161)

... „Die Jugendpastoral muss (...) die jungen Menschen (...) einladen, wo (...) ihnen die Gelegenheit gegeben wird, sich über das Leben auszutauschen, zu feiern, zu singen, konkrete Zeugnisse zu hören und als Gemeinschaft die Begegnung mit dem lebendigen Gott zu erfahren.“ (204)

... „Liebe junge Menschen, ich werde glücklich sein, wenn ich euch schneller laufe sehe, als jene, die ängstlich sind. (...) Die Kirche bedarf eures Schwungs, eurer Intuition, eures Glaubens! Wir brauchen das! Und wenn Ihr dort ankommt, wo wir noch nicht angekommen sind, habt bitte die Geduld auf uns zu warten!“ (299) 

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